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Über den Elitenwechsel, die Zirkulation von Führungspersonen also, sprach Dr. Karlheinz Weißmann. Quintessenz seines Vortrags ist die These Machiavellis, daß immer nur wenige herrschten, egal welche Staatsform anzutreffen sei. Das Handeln werde getragen von der Elite, die an der Macht sei und der Elite, die an die Macht gelangen wolle. Weißmann konstatierte am Anfang seiner Ausführungen, daß selbst die mit strikt egalitären Glaubenssätzen angetretenen Führungsfiguren Schröder, Fischer oder Schily heute ohne Widerspruch den Begriff einer "Politischen Klasse" akzeptierten, ihn verwendeten und als Elitezuweisung verständen. Dies geschehe jedoch unter Beibehaltung des klassisch guten Gewissens der politischen Linken, die immer noch auf die Marx’sche Verbrämung von der "Gegenbewegung der Mehrzahl" rekurriere. Bewiesen ist an den Schröders und Fischers jedoch einmal mehr die Theorie des Wahlitalieners Robert Michels (1876-1936). Michels sprach auch mit Blick auf eigene Erfahrungen in der SPD vom "ehernen Gesetz der Oligarchisierung": Jede Gruppierung bilde Eliten heraus, einhergehend mit Bürokratisierung aufgrund eines im revolutionären Anfangsschwung oft unterschätzten Organisationszwangs. Neben Michels nannte Weißmann die Italiener Mosca und Pareto als Theoretiker des Elitenwechsels, Pareto vor allem auch mit seiner berühmten Formulierung zu den beiden Elitetypen: Während die sogenannten "Löwen" offen Autorität und Gewalt anwendeten, zeichneten sich die "Füchse" durch Schlauheit, Intrige und Mimikri aus.
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Über das "Wie" dieses Gehörtwerdens referierte Manuel Ochsenreiter. Er beschrieb neue Entwicklungen im Bereich der PR- und Internetstrategien und konstatierte die Rückständigkeit Deutschlands im internationalen Vergleich. Ochsenreiter zeigte aber auch, daß komplexe Strategien durch unvorhergesehene Störfaktoren völlig aus dem Ruder laufen könnten. Als Quintessenz müsse jedoch vor allem für Politikansätze festgehalten werden, daß das emotionale Argument um das zehnfache wirksamer sei als rationale Aufklärung über einen Sachverhalt. Eine Strategie, die auf Mehrheiten ziele und dies mißachte, sei von vornherein zum Scheitern verurteilt. Zum Internet hielt Ochsenreiter fest, daß es sich als Begleitmedium etabliert habe und vor allem die Isolationsfurcht der Diskussionsteilnehmer gemindert habe. Insgesamt sei es als "anarchisches Medium" erkannt worden: Der ungefilterte Informationsfluß lasse neue Strategien zu, so die Virus- oder Guerillakommunikation, die mit Dementis, Gerüchten und Falschinformationen arbeite und sich den Vernetzungscharakter bei höchster Geschwindigkeit der Verbreitung zu Nutzen mache. Als Gegeneffekt sei deshalb ein immenser Glaubwürdigkeitsverlust zu verzeichnen. Institutionen, die sich als vertrauenswürdiger Filter um die Auswahl ernstzunehmender Informationen kümmern, komme deshalb eine wichtige Stellung zu.
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Über die Möglichkeiten parlamentarischer Strategien sprach der Bundestagsabgeordnete der CDU Martin Hohmann (Wahlkreis Fulda). Seine Ausführungen zum Zustand und zur gesellschaftlichen Stellung konservativer Politiker innerhalb der CDU machten deutlich, daß die klassischen Themen dieser politischen Couleur über keinerlei strategische Stoßkraft verfügten, sondern allenfalls wählerbindend wirkten. Hohmann beschrieb allerdings als Folge der Anschläge vom 11. September neue Chancen für konservative Themen: In den Bereichen der innere Sicherheit und des multikulturellen Großversuchs würden seither konservative Stimmen verstärkt gehört.
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Dr. Frank-Lothar Kroll referierte über die Strategieansätze der Konservativen Revolution, deren Lageanalyse einheitlich war: Den antinationalen, internationalistischen Revolutionsversuchen von 1919 war eine "Neue Front" entgegenzustellen. Unter allen Ansätzen sieht Kroll den von Arthur Moeller van den Bruck als den erfolgversprechendsten: Er baute in den sechs kurzen Jahren seiner Aktivität (1918-1924) ein Netzwerk auf (Juniklub, später Herrenklub, Ringbewegung) und fädelte hervorragende Kontakte zu den Medien und Parteien, zur Industrie und zur Jugendbewegung ein. Den Höhepunkt des Machteinflusses sieht Kroll mit der Ernennung des Herrenklubmitglieds Franz von Papen zum Reichskanzler. Dessen restaurative Ansätze führten jedoch dazu, daß die Chance einer Umsetzung konservativ-revolutionären Politik verspielt wurde. Kroll hob vor allem auf den realpolitischen Kern der KR-Theorien ab. Er resümierte, daß in einem Zeitalter der Utopien die Utopielosigkeit der KR letzlich ins Hintertreffen habe geraten müssen, obwohl sie aufgrund hervorragender Netzwerkarbeit und Durchdringungspolitik vorpolitisch begrifflich dominierte.
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