Sozialbiologie. Geschichte und Ergebnisse
von Andreas Vonderach

Durch die Debatte um das Buch von Thilo Sarrazin Deutschland schafft sich ab sind Fragen nach der Erblichkeit von Intelligenz oder nach den genetischen Unterschieden von Völkern wieder in den Blickpunkt geraten. Die Abwehr gegen die Thesen von Sarrazin war nicht zuletzt deshalb so groß, weil die dominanten Sozial- und Geisteswissenschaften dazu neigen, den Menschen als ein über der Biologie stehendes Wesen zu betrachten, das ausschließlich von seinem Geist und der Kultur bestimmt wird.
Das neue Buch von Andreas Vonderach schließt die Wissenslücke und bietet eine umfassende und zugleich konzentrierte Darstellung aller für die Sozialwissenschaften relevanten Gebiete der biologischen Anthropologie, ohne einem biologischen Determinismus zu verfallen. Es gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung der Sozialbiologie und vermittelt zugleich einen Zugang zu dem heutigen sozialbiologischen Wissensstand (mit kommentierter Bibliographie). Die Sozialbiologie umfaßt dabei nicht nur die klassische Sozialanthropologie und die Eugenik, sondern auch die Verhaltensforschung, die Soziobiologie und die moderne Verhaltensgenetik.
Mit dem Band Sozialbiologie. Geschichte und Ergebnisse von Andreas Vonderach wird die neue Reihe des Instituts für Staatspolitik, die „Berliner Schriften zur Ideologienkunde“, fortgesetzt. Er ist 221 Seiten stark und kostet 15 Euro.


Ein Jahr nach Sarrazin. Eine Debatte und ihre Folgen
56 Seiten, geheftet, 5 Euro (Wissenschaftliche Reihe; Heft 18). Die Studie ist lieferbar und kann bestellt werden: Institut für Staatspolitik, Rittergut Schnellroda, 06268 Steigra, Tel./Fax: 034632-90942 
Die Bilanz nach einem Jahr Sarrazin fällt zwiespältig aus. Die Hysterie um die Thesen Thilo Sarrazins zu den Möglichkeiten der Integration von insbesondere muslimischen Ausländern, den negativen Anreizen des Sozialstaats, dem Zustand des Bildungssystems und den demographischen Aussichten Deutschlands, sind keine Taten gefolgt. Parteipolitisch hat sich keine Alternative ergeben und die überwältigende Zustimmung verpuffte ungenutzt. Dennoch hat die Sarrazin-Debatte den Raum der freien Rede erweitert, weil Sarrazins Gegner ihr Ziel, ihn in den sozialen Tod zu treiben, nicht erreicht haben. Die Hürden der Meinungsfreiheit wurden drastisch vor Augen geführt. Entscheidend wird sein, daß das dadurch erreichte Niveau verteidigt wird. Die Studie widmet sich neben der Analyse der Folgen der Sarrazin-Debatte auch der Frage nach der parteipolitischen Nutzbarkeit von Sarrazins Triumph und wird durch eine umfangreiche Chronik der Ereignisse seit der Buchveröffentlichung sowie eine kommentierte Bibliographie der Sekundärliteratur ergänzt.
Debatte um "Die Frau als Soldat"
Seit mittlerweile zwei Wochen gibt es eine Debatte um unsere Studie "Die Frau als Soldat", die seit einer Woche durch die Diskussion um Campus, die Studentenzeitschrift der Bundeswehr-Universität in München, noch verstärkt wird.
Es begann mit einer Zusammenfassung der Studienergebnisse in der Zeitschrift Marineforum, die dann von Bild bis Spiegel (und schließlich sogar vom Verteidigungsminister) skandalisiert wurde. Über die bislang unwiderlegt gebliebenen Fakten verlor niemand ein Wort bis Michael Klonovsky im Focus (29/2011, Seite 54) klarstellte: "Dass Frauen Männern physisch im Schnitt unterlegen sind, ist ja nicht diskutierbar." Deswegen beschränkt sich die Presse auf moralische Entrüstung und scheut die Sachebene wie der Teufel das Weihwasser.
Dann folgte die "Entdeckung" linksextremistisch vernetzter Journalisten, daß mit Martin Böcker ein Autor der Jungen Freiheit und der Sezession die Chefredaktion von Campus übernommen hatte, darin offen über Vor- und Nachteile von Frauen in den Streikräften diskutiert wurde und eine Anzeige für unsere Studie "Die Frau als Soldat" zu finden war.
Daraufhin lief sich die Empörungsmaschine, von Süddeutscher Zeitung über Bayerischen Rundfunk bis zum Spiegel sowie universitätsintern durch die Präsidentin der BW-Uni, ein zweites Mal warm, um diesmal jedoch von Patrick Bahners gestoppt zu werden, der in der FAZ (vom 21. Juli 2011, Seite 29) ausführlich auf die Haltlosigkeit der gegen Böcker und das IfS erhobenen Vorwürfe des Extremismus hinwies: "Vage Umschreibungen des Unsagbaren durch die Autoritäten senken die Gesprächstemperatur und führen auch ohne ausdrückliche Redeverbote dazu, dass ein Untergebener seine Zunge hütet." |